ESRA ist das Psychosoziale Gesundheitszentrum und Partnerorganisation der IKG Wien.

Mag. Sandra Sudwarts, stv. Teamleiterin des ESRA-Psychologie-Teams: In der Ruhe liegt die Kraft

Die Zeit der Feste zum Jahresende liegt hinter uns und obwohl wir viel positives erleben durften empfinden viele diese Phase auch als durchaus herausfordernd und stressig. Geschenke wurden besorgt. Festlichkeiten organisiert. Letzte Termine noch vor dem Jahreswechsel abgehakt. Familiendynamiken jongliert. Feiertage geschafft. Für viele hieß es dann zwei Wochen der Kinderbetreuung zu bewältigen. In den eigenen vier Wänden oder im Urlaub. Eine hohe Grippe- und Covidwelle machten das Ende des Jahres 2025 nochmal auf einer ganz anderen Ebene herausfordernd.

So, und jetzt ist das neue Jahr da. Die Festbeleuchtung der Straßen ist dem Schneematsch gewichen. Die vielen Touristen haben sich aus der Innenstadt gemeinsam mit den Weihnachtsmärkten wieder verabschiedet.

Was tun wir nun mit diesem neuen Jahr?

Viele sind mit Neujahrsvorsätzen beschäftigt. Viele gehen mit vollem Elan in 2026 und stürzen sich mit großer Motivation in neueste Gesundheits-Trends. Sie erleben dadurch Auftrieb und positive Energie. Viele nehmen aber vielleicht auch eine Erschöpfung wahr, weil die vergangenen Wochen eben doch anstrengend und herausfordernd waren, die Tage kurz sind und das Wetter rau. Diese Ermüdung ist gerechtfertigt – unser Körper signalisiert uns: „gib jetzt eine Ruh“. So wie viele Tiere den Winterschlaf begehen, sollten auch wir in den Wintermonaten versuchen einen Gang zurückschalten. Versuchen wir es uns in unseren vier Wänden gemütlich zu machen. Statt alle Räume hell auszuleuchten, könnten wir ausprobieren mit weniger Licht auszukommen. Welche Stimmung erzeugt eine angezündete Kerze oder der Geruch eines heißen Tees? Welche ruhigeren Aktivitäten können wir zu dieser Jahreszeit setzen? Natürlich kann es in so einer Phase auch zu negativen Gefühlen und Gedanken kommen. Wichtig ist es, diese zu erkennen und zu benennen: Ist es Trauer? Oder Wut? Auf wen oder was? Und welche kleinen Impulse kann ich setzen, damit ich auch Positives erleben kann? Kann ich meine Gefühle in ein Tagebuch schreiben? Kann ich einen Freund oder eine Freundin treffen und mich austauschen? Kann ich versuchen mich wo zu engagieren oder mich einem sozialen Gefüge anschließen? Wo erlebe ich mich als selbstwirksam?

Vielleicht ist diese Zeit auch die richtige um anzuerkennen, dass man Hilfe benötigt. Wir alle brauchen zu verschiedenen Zeitpunkten in unserer Leben Unterstützung.

Wenden Sie sich an ESRA: Wir sind für Sie da!

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