Unsere Geschichte

UNSERE GESCHICHTE

Das Psychosoziale Zentrum ESRA ist eine Partnerorganisation der Israelitischen Kultusgemeinde Wien. Von Beginn an wurde ESRA durch die Gemeinde Wien tatkräftig unterstützt, die bis heute über den Fonds Soziales Wien der wichtigste Geldgeber ist. Die übrigen benötigten Mittel werden durch Verrechnung mit den Krankenkassen, Subventionen des Nationalfonds der Republik Österreich für Opfer des Nationalsozialismus und anderer Fördergeber sowie durch private Spenden aufgebracht. Im Herbst 1994 nahm das Psychosoziale Zentrum ESRA (Hebräisch für ‚Hilfe‘) nach mehrjähriger Vorbereitungszeit seinen Betrieb auf. An der Konzeption, der Umsetzung und der Entwicklung in den ersten Jahren waren eine Reihe engagierter Menschen beteiligt. Stellvertretend seien hier drei Persönlichkeiten genannt, die ESRA ganz besonders prägten: ao.Univ.Prof. Dr. Alexander Friedmann, Obmann von ESRA bis zu seinem frühen Tod im Jahr 2008, Elvira Glück, DSA, Direktorin von ESRA von 1994 bis 1999, und Primar Dr. David Vyssoki, Ärztlicher Leiter von 1994 bis 2011. Seit 1999 wurde ESRA geleitet von Peter Schwarz (Geschäftsführer, bis 2021), Prim. Dr. David Vyssoki (Ärztlicher Leiter, bis 2011), gefolgt von Prim. Dr. Klaus Mihacek (2011-2020), sowie von Michaela Mathae (Leiterin Soziale Arbeit, 1999-2007), gefolgt von Mag.a Gerda Netopil (seit 2007). Die Ärztliche Leitung von 2020 bis Anfang 2022 hatten inne Prim. PD DDr. Nestor Kapusta sowie interimistisch Dr.in Carryn Danzinger, Dr.in Sarah Vasak und Dr.in Barbara Zeman. Im Jahr 2022 erhielten nach über 20 Jahren ESRA-Leitung Peter Schwarz, Klaus Mihacek und Gerda Netopil das Silberne Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik Österreich. Im Februar 2022 haben Prim. PD DDr. Benjamin Vyssoki (Ärztlicher Leiter) und Dr.in Susanne Schütt (Kaufmännische Leiterin) die Geschäftsführung von ESRA übernommen. Die Verantwortung als ESRA-Obmannschaft übernahmen nach Prof. Friedmann: Ellinor Haber (2008 - 2013), Prim. Dr. David Vyssoki (2013-2018). Die derzeitige Obfrau ist seit 2018 Dr. Jasmin Freyer.

Auf der Suche nach Hilfe hatten Überlebende der NS-Verfolgung und deren Angehörige in Österreich lange Um- und Leidenswege auf sich nehmen müssen. Nun fanden sie in ESRA erstmals einen geschützten Ort, an dem sie umfassende professionelle Behandlung, Beratung und Hilfe unter einem Dach erhalten konnten, ungeachtet der von den Nationalsozialisten vorgegebenen Verfolgungsgründen, wie Religion, Ethnie, politische Überzeugung oder sexuelle Orientierung. Dazu zählten etwa jüdische Überlebende, Roma und Sinti, Widerstandskämpfer*innen, politisch Verfolgte, Zeugen Jehovas, slowenische NS-Überlebende in Kärnten oder die ehemaligen Kinder des ‚Spiegelgrunds‘. Darüber hinaus wurde mit ESRA ein psychosoziales Zentrum für die gesamte jüdische Bevölkerung Wiens geschaffen. Ein wichtiger Schwerpunkt der Arbeit war auch die Unterstützung jener jüdischen Migranten und MigrantInnen, die ab den 1970er Jahren aus den Gebieten der damaligen Sowjetunion nach Wien zugezogen waren.

Im Laufe der Jahre wurden die Tätigkeitsbereiche von ESRA kontinuierlich ausgeweitet: Die Sozialberatung wurde erweitert und ausgebaut, das Angebot mit der Kinder- und Jugendberatung, dem SeniorInnen-Club SchelAnu mit Gruppenangeboten und dem Offenen Cafe ergänzt und es wurden nun auch NS-Überlebende in den Bundesländern und im Ausland sowie von Flüchtlingen aus aktuellen Krisengebieten betreut. Auch Menschen, die Gewalt oder Katastrophen erlebt hatten (Kaprun, Galtür, Tsunami, 9/11 etc.), erhielten in ESRA Therapie und Hilfe. 1994 begann die Arbeit mit vier Mitarbeiter*innen, heute umfasst das Team etwa 70 Mitarbeiter*innen, die im Jahr ca. 3.000 Klient*innen und Patient*innen behandeln, beraten und betreuen.